Der Hypnovita-Blog

Hypnose, NLP, Coaching, Therapie und mehr.
Optionen:

Freund-Vernichter oder Feind-Versöhner?

und schon wieder ein Wortbruch!

Zum wiederholten Male habe ich diesen Beitrag angekündigt, Zum wiederholten Male habe ich ihn hinausgeschoben.
Zuletzt für noch im Verlauf der letzten Woche angekündigt, versprochen – und wieder hinausgeschoben.

Aber:
wie gesagt: der Hypnotiseur wacht schon morgens als Hypnotiseur auf. Beginnt den Tag als Hypnotiseur, lebt als Hypnotiseur…………. auf Reisen, in der Kneipe, zu Hause, im Park, überall!
  • -und wird dabei oft einfach vom Thema eingeholt -
Vor einigen Tagen traf ich beim Frühstück in einer kleinen Kaffeebar am Potsdamer Platz in Berlin einen Automechaniker. „Von Hypnose halte ich überhaupt nichts, erstens ist das alles Humbug, außerdem geht das bei mir sowieso nicht…….“

Der hat ein Problem, dachte ich und antwortete, ohne mich um seine herausfordernden Blicke zu kümmern: „ok, Du bist nicht in der Stimmung, vielleicht bist Du überhaupt nicht geeignet, jemals Hypnose zu erleben……………. obwohl ich es Dir gerne mal unverbindlich zeigen würde……… “

Und schon kam die von mir erwartete Anfrage:
„Kannst Du meine Nachbarin hypnotisieren?“

Das kann ich natürlich nicht, wenn sie überhaupt nicht da ist, aber hier scheint der Mensch sein Problem zu haben..

Also frage ich: „was ist mit ihr?“
„Die hat etwas gegen mich! Sie sagt nichts, aber sie schaut immer so seltsam. Wenn ich ihr auf der Treppe begegne. Sie denkt ganz bestimmt, dass ich ein unmöglicher Mensch bin
(das habe ich in vornehme Umgangssprache übersetzt)
kannst Du die hypnotisieren?“

Ich weiß nur, dass er sich von der Nachbarin falsch wahrgenommen fühlt. Ich weiß nicht, ob er sie hasst oder heimlich liebt. Ich weiß von der Nachbarin nur, dass sie existiert. Sonst nichts.
Und sage: „Ich kann Dir zeigen, wie Du sie hypnotisieren kannst!“
Ich habe aus einem bekannten (?) „Anmache-Guide“ für Profi-Verführer oder solche, die es gerne werden möchten, die Technik „Freund – Vernichter“ gelernt. Eine Gesprächstechnik, welche der Möchtegern-Casanova gegen das Argument seines Opfers „Aber ich hab doch einen Freund!“ einsetzen soll. Ich glaube, dass hier das Werkzeug Hypnose (oder meinetwegen NLP) gründlich missbraucht wird.

Ich adaptiere  die Technik „Freund – Vernichter“ und setze sie ganz bewusst als „Feind -Versöhner“ ein:

Szenerie:

Klient (A) hat große Schwierigkeiten mit einem anderen Menschen – in diesem Falle mit der Nachbarin (N).
Coach (B) entschärft mit der folgenden Technik die Schwierigkeit, sorgt für eine gesunde Distanz aus welcher sich die Interaktion zwischen A und N verändern kann. Auf die Richtung dieser Veränderung hat B nur wenig Einfluss.

B: Hast Du Lust, ein kleines Gedankenexperiment zu machen? Wie wäre es, wenn Du Dir vorstellen könntest, die störenden Eigenschaften bei der Nachbarin einfach hinter den Mond zu schießen? Das könnte ganz praktisch sein, also, es könnte Dir helfen, dass Dir diese Eigenschaften einfach nichts mehr ausmachen….

(Und nachdem B sein Einverständnis gegeben hat):
B: ok, stell Dir jetzt mal vor, was Dich am meisten an ihr stört….nee, nicht erzählen, nur vorstellen. OK? (und wenn A nickt oder sonst wie bestätigt):
B: gut, dann stell Dir jetzt mal irgendetwas vor, was nur aus dieser Eigenschaft besteht, wie das wohl aussieht…..
(Und jetzt immer, wenn A bestätigt, dass er eine Vorstellung hat):
B: und stell Dir vor, wie diese Eigenschaft sich anhört, wenn sie sich akustisch äußert……
B: und wie sich diese Eigenschaft anfühlen würde…….
B: und wie sie riecht…….
B: und wie sie schmeckt, wenn Du sie knutschen würdest………
A: nee, bloß das nicht!

B: macht nix! Jetzt noch mal: wie sieht das aus…….. wie hört sich das an……. wie fühlt sich das an…… wie riecht das…… wie schmeckt das……… ok, stell’ dir vor, schließe die Augen und stell’ Dir vor, wie du das zusammenknüllst…… wie Du das auf Schneeballgröße zusammenknüllst……….. stell’ es Dir vor, dass Du das kannst……. und nicke mit dem Kopf, wenn Du das zusammengeknüllt hast……
A: nickt

B: Gut, nun nimm ein riesiges Katapult, so eine Superzwille, packe diese Kugel hinein.
A: Geht nicht, die Augen gucken mich so an aus der Kugel!
B: Macht nix, dreh sie rum!
A: ok!
B: Spanne die Zwille jetzt sooooo fest an, wie Du kannst! Dann ZÄHLE BIS DREI! Und bei drei lass los!
A: Halt! Ich hab noch ein Gummi zusätzlich draufgezogen….
B: Ok, EINS! ZWEI! DREI! JETZT!
A: (grinst) Schade, dass Du diesen Heulton nicht hören konntest, mit dem sie bis hinter den Horizont geflogen ist…….

B: los! Noch mal – mach es mal alleine!
A: (schließt die Augen, macht Gesten, als ob er eine Zwille spannt, macht Bewegungen, als ob er zählt, grinst, lässt die Arme sinken, öffnet die Augen) „Jetzt war sie sooo schnell weg, ich weiß gar nicht wohin!“

B: NOCHMAL!!!!
A: Gerne! Immer wieder!

B anschließend: Setz’ Dich mal auf den anderen Stuhl dort. Ok, Wenn Du jetzt daran denkst, wie Du der Nachbarin wider begegnest………
A unterbricht: Das finde ich jetzt irgendwie lustig! Ich habe mir gerade vorgestellt: Wenn die wüsste, was ich mit ihr gemacht habe!
B: gibt es irgendwelche Bedenken, wenn Du jetzt an sie denkst?
A: Nee! Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht laut lache, wenn ich sie sehe…….
B: Besser als Magengeschwüre. Oder?
A: Stimmt!

Am nächsten Abend rief mich mein Freund kurz an: Kann das sein, dass Du mich doch hypnotisiert hast?
Ich: wieso?

Gestern Nachmittag bin ich der Nachbarin wieder begegnet. Ich musste einfach grinsen. Es ging nicht anders. Sie hat ziemlich irritiert drein geschaut. Ich glaube, sie hat an sich herunter geschaut, ob irgend etwas nicht stimmt. Gestern Abend das gleiche. Sie hat zurück gegrinst. Heute bin ich ihr auch schon zwei mal begegnet. Irgendwie sind wir ans Quasseln gekommen. Eigentlich ist sie ganz nett…………..


Hypnose?


Viele KollegInnen bezeichnen sich gerne als “HypnotherapeutIn

Ich bitte diese im Voraus um Verzeihung

Hypnotiseure hypnotisieren.
Hypnotiseure wachen am Morgen (oder wann auch immer) auf und SIND
HYPNOTISEURE.

Hypnotiseure beenden den Tag als HYPNOTISEURE

Ein Freund erzählte mir vor einiger Zeit: Ich fuhr neulich zusammen mit einem Kollegen in der Bahn. Neben mir saß eine junge Frau. Wir kamen ins Gespräch. Sie fragte mich: Was machst Du beruflich?
Ich: Ich bin Hypnotiseur.
Sie: Interessant, geht so etwas wirklich?
Ich: Wo steigst Du aus? Aha, dann haben wir noch etwa zehn Minuten. Ich kann Dir gerne mal Hypnose zeigen…..
Sie: Au ja!

Ich habe mit ihr eine Schnellinduktion gemacht, kurz vertieft und mich von der Hypnose überzeugt, habe sie in der Imagination zu ihrem Lieblingsplatz geschickt, nach einigen Augenblicken suggeriert, dass sie von dort ein langanhaltendes, gutes Gefühl mitnehmen möge, habe die Rücknahme angekündigt, habe die Hypnose sehr gründlich zurück genommen, und dann haben wir uns noch ein paar Minuten lang nett und freundlich unterhalten. Sie hat sich sehr, sehr gut gefühlt und war richtig froh, diese Hypnose mitgemacht zu haben. Sie hat mir, als der Zug weiterfuhr, vom Bahnsteig aus fröhlich zugewunken.

Und dann:
hat mich mein Kollege furchtbar zusammengestaucht.
“DU HATTEST KEINEN BEHANDLUNGSAUFTRAG!”
war das harmloseste, was er mir vorwarf.

Frage: was also ist der Unterschied zwischen Hypnotiseur/IN und Hypnotherapeut/IN?
Antwort: während Hypnotiseur/IN eine Sitzung zur allseitigen Zufriedenheit bereits abgeschlossen hat, überlegt sich Hypnotherapeut/IN noch immer mögliche Kontraindikationen und -in diesem Falle- die eigene Legitimation.

Weitere Frage: Wie viele Hypnotherapeuten sind nötig, um eine Glühbirne auszuwechseln?
Antwort: dreizehn! Einer wechselt die Glühbirne aus, wobei er versucht, für jede einzelne Bewegung die Legitimation durch die anderen zu erhalten. Die zwölf anderen aber streiten sich in der Zwischenzeit darüber, was Erickson, Elman, und wer auch immer momentan als Hypno-Idol gilt,
in der gleichen Situation NICHT getan haben würde…………….

Und nun zum Thema WORTBRUCH:
Bezüglich meiner Ankündigung, mein Post habe mit dem “Freund-Vernichter” zu tun: Ich habe mich entschlossen, den “Freund-Vernichter” aus moralischen Gründen nicht zu publizieren. Ich werde stattdessen im nächsten Post meine Variation, den “Feind-Versöhner” vorstellen.

Was wir vom Fußball lernen können

Ich bin wahrlich kein großer Fußballfan. Aber der Magie einer Weltmeisterschaft kann selbst ich mich nicht entziehen. Das Achtfinalspiel habe ich mir in München angeschaut – und Bauklötze gestaunt ob der überragenden Leistung gegen England. 4:1 – wer hätte das gedacht!

Das Viertelfinale musste ich mir dann allerdings in England anschauen. Genauer: In einem typischen Arbeiterpub in Birmingham, West Midlands. Die Stimmung war etwas angespannt. Viele Engländer haben sich mit ihrem Pint fest im Griff vor dem Bildschirm versammelt. Ein paar markige Sprüche, das gehört dazu. Dann: Deutschlands Torhagel gegen Argentinien. Erstes Tor, zweites Tor, drittes Tor … viertes Tor. Argentinien war komplett chancenlos. Damit hätte, allem Optimismus zum Trotze, keiner gerechnet. Und womit ich nicht gerechnet hätte: Nach dem Spiel haben sich die Engländer plötzlich gefreut über den überragenden Sieg der Deutschen! Und hier wurde mir drei Dinge klar.

  1. Lieber verlieren, weil der andere so gut war – und nicht, weil man selbst so schlecht war
    Hätte Deutschland gegen Argentinien schwach gespielt, wäre die Blamage der Engländer größer gewesen. Lieber gegen einen Gegner verlieren, weil der richtig stark ist, als gegen einen schwachen Gegner verlieren und dann einfach nur selbst schlecht zu sein. Ein kleiner Perspektivenwechsel, der die eigene Niederlage deutlich erträglicher macht.
  2. Der Unterschied zwischen aufrichtiger Freude – und Schadenfreude
    Die Pubbesucher haben sich also gefreut. Aber statt “Deutschland – gut gemacht!” kamen Kommentare wie “Argentina, you’re laughing no more now!”. Sprich, man kann sich auch über die Niederlage eines Teams freuen statt über den Sieg des gegnerischen Teams, selbst – oder gerade ! – dann, wenn man eigentlich keinen Bezug zu beiden Teams hat.
  3. Wie laut du jubelst hängt davon ab, wo du jubelst
    Ich geb’s zu: So sehr ich mich auch über die vielen, tollen Tore gefreut habe – so sehr habe ich mir das Jubeln verkniffen. Dies wäre im Pub wahrscheinlich auf wenig Gegenliebe gestoßen.

Wo ich jetzt die Parallelen zum “richtigen” Leben sehe? Kurz und bündig:

  1. Wenn du verlierst, muss das nicht automatisch heißen, dass du schlecht warst. Vielleicht war dein Gegner (oder die Aufgabe, oder das Projekt) einfach viel stärker, mächtiger, schwerer. Kurz Pause machen, Luft holen, ehrlich mit sich selbst in Gericht gehen – Fehler verdauen – und dann: Mit voller Power weiter!
  2. Wenn du dich freust – freu dich aus den richtigen Gründen! Sich für etwas freuen ist fast immer gesünder als Schadenfreude.
  3. Sei am richtigen Platz zur richtigen Zeit, wenn du jubeln willst :-) .

… und in diesem Sinne werde ich Birmingham rechtzeitig am Mittwoch verlassen, um mich am Abend dann – hoffentlich – über den Einzug ins Finale zu freuen.

MACHT NIX!
Du kannst einfach nicht “everybodies darling” sein! “everybodies darling is everybodies A….l.ch” – (Franz Josef Strauss zugeschrieben – wo er recht hatte, hatte er recht)

Aber meist wirst Du nicht persönlich abgelehnt, wahrscheinlich hast Du jemanden angesprochen, der/die mit einem der gängigen Vorurteile behaftet ist……………….

Vorschlag: Antworte zum Beispiel: “Ich würde Dir selbstverständlich gerne Hypnose zeigen, um Dir eine Freude zu machen, aber ich tue es lieber nicht, denn Du bist sicherlich nicht der richtige Ansprechpartner……”

Verlass Dich darauf: diese(r) Ansprechpartner(in) wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wieder auf Dich zukommen und aktiv um eine Hypnoseerfahrung bitten. Vielleicht nicht am gleichen Tag, vielleicht erst nach mehreren (scheinbaren) Ablehnungen. Warte es ganz gelassen ab………………

http://hypnoman.de

Die Kraft der Selbsthypnose

Im Hochleistungssport ist es eine Selbstverständlichkeit: Wer die Meisterschaft gewinnen will, benötigt eine meisterschaftliche Vorbereitung. Von Siegertypen wie Michael Schumacher oder Walter Röhrl wissen wir: Der Körper will wohl trainiert sein, aber gewonnen wird im Kopf.

Sowohl Schumacher als auch Röhrl sind ihre Rennstrecken wieder und wieder im Kopf quasi vorab abgefahren. In Selbsthypnose haben sie sich jede Kurve, jede Schikane, jede Besonderheit eingeprägt. Als sie schließlich im Rennen hinter dem Steuer saßen, konnten sie voller Konzentration und innerer Ruhe durchstarten – schließlich wussten sie ganz genau, wo sie hinwollten, und welcher Weg dorthin führte.

Michael Schumacher gewann sieben Weltmeisterschaften in der Formel1. Walter Röhrl holte sich als Rallyefahrer zwei Weltmeisterschaftstitel. Beide demonstrierten eindrucksvoll, wie Fahren in Vollendung aussehen kann – mühelos, anstrengungslos, und dennoch hochkonzentriert.

Was das nun für Ihren Alltag bedeutet? Ganz einfach: Was Michael Schumacher und Walter Röhrl hinter dem Steuer eines Rennfahrzeugs geleistet haben, können Sie auch leisten – hinter dem Steuer Ihres Lebens.

Angenommen, Sie würden die nächste Wegstrecke Ihres Lebens einfach schon mal im Kopf vorab fahren: Welche Hindernisse könnten da warten, welche Schikanen, und wie können Sie diese – elegant und mit einem Lächeln auf den Lippen – meistern? Wo wollen Sie besonders Gas geben, wo abbremsen, wo mal eine Auszeit nehmen? Wie pflegen Sie “Ihr Fahrzeug”, wie schonend oder fordernd gehen Sie damit um?

Und, wenn Sie dann mit voller Power über die Ziellinie schießen: Wie werden Sie sich fühlen? Wie werden Sie Ihre Erfolge feiern?

Sie werden überrascht sein, wie viel mehr Power und Sicherheit Ihnen dieses Kopfkino bringt. Das muss gar nicht lange dauern – sehr wohl aber möglichst regelmäßig stattfinden. Das Training im Kopf, die wiederholte Vorstellung vom “Was wäre wenn, …”, macht Sie fit für die realen Herausforderungen. Ihre Zukunft ist nicht mehr terra incognita, sondern fühlt sich wohlvertraut an.

Gelegentlich höre ich folgendes Argument:

“Ich sehe ja durchaus den Sinn hinter der Selbsthypnose. Aber mir fehlt einfach die Zeit dazu! Der Job / die Kinder / das Leben … so gerne ich würde, es geht einfach nicht.”

Natürlich können Sie auch ohne Planung einfach darauf losfahren. Aber spätestens bei High Speed kurz vor der Haarnadelkurve werden Sie merken, wie wichtig ein wenig Vorbereitung gewesen wäre. Die Haarnadelkurven im Alltag sind all die Situationen, die ein wenig Fingerspitzengefühl von uns erfordern, um sie gekonnt zu meistern: Das Gehaltsgespräch, die Diskussion mit dem Lebenspartner, das neue Projekt, …

Wie Selbsthypnose nun funktioniert? Es gibt hunderte von Möglichkeiten – unter anderem auch sehr einfache, wie z.B. die Selbsthypnose auf http://www.hypnoseberatung.de/selbsthypnose.html . Falls Sie die Selbsthypnose noch nie ausprobiert haben, sollten Sie das möglichst schnell nachholen – und möglichst bald eine Regelmäßigkeit daraus werden lassen. Je mehr Sie ins Training investieren, desto mehr wird es sich für Sie im Alltag auszahlen.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Ebenfalls ein altes Rennfahrermotto, und wenn Sie demnächst – zumindest mental – auf den Spuren Röhrls und Schumachers wandern, wünsche ich Ihnen viel Spaß dabei.

Mein neuer “Nebenblog” – Frust!

Wie, zum Teufel, bekomme ich meinen Blog hier in den Hypnovita-Blog integriert?

Ich werde es herausfinden!

Bis dahin: er ist unter http://jackthehypnotist.com einzusehen

Meta-Modell vs. Milton Modell

Gerade Neulinge in Sachen Hypnose und NLP sind gerne mal verwirrt, wenn es um die beiden Modelle mit dem großen M geht. Beide Modelle ähneln sich, beide haben mit Sprache zu tun, mit beiden lässt sich gut eine Hypnosesitzung bestreiten. Wo aber liegt jetzt der genaue Unterschied?

Ganz einfach: Das Milton-Modell ist das exakte Gegenteil des Meta Modells! Natürlich ist das eine Vereinfachung, die aber des leichteren Lernens wegen an dieser Stelle erlaubt sei.

Mit dem Milton-Modell möchte ich Sprache vom konkret-spezifischen hin zum Allgemeinen führen. Aus “Entspanne dich!” wird so ein “Und ich weiß nicht, ob du bereits spürst, wie sich eine ganz allmählich beginnende Ruhe in dir auszubreiten beginnt … dein Unterbewusstsein, dieses Gefühl sehr wohl wahr zu nehmen und vielleicht hast du noch gar nicht bemerkt, wie wohltuend all das für dich sein kann.”

Mit dem Meta Modell hingegen möchte ich konkretisieren. Vor allem bei hinderlichen Selbstsuggestionen und Glaubenssätzen. “Ich fühle mich immer so schlecht!” . Wirklich immer? Wo genau fühlst du dieses Gefühl?

Für Hypnotiseure: Das Meta Modell wird überwiegend dann genutzt, wenn die Augen geöffnet sind. Vorgespräch, Coaching-Dialog, Zielklärung. Das Milton-Modell hingegen in, während oder zur Einleitung von Trance.

Hier nochmal am konkreten Beispiel, der Generalisierung.

“Keiner kann mich ausstehen!”. Ein Glaubenssatz, der die eigene Lebensenergie durchaus abzuschnüren vermag. Hier wird der versierte Coach gemeinsam mit seinem Klienten auf die Suche nach der Ausnahme gehen und das Meta-Modell nutzen, um die Generalisierung “keiner” aufzubrechen: “Wirklich keiner? Kein einziger Mensch? Kein einziges Tier? …” Bestimmt lässt sich hier eine Ausnahme finden.

Im Milton Modell kommt mir die Generalisierung jedoch gerade recht: “Jeder Gedanke führt dazu, dass du dich immer mehr und mehr entspannst. Jeder Atemzug … “

Den authentischen Stil finden

Was ist der größte Fehler, den man als angehender Hypnotiseur begehen kann? Den Stil seines Lehrmeisters oder Vorbilds gnadenlos zu emulieren. Klar, am Anfang schafft es vermeintlich Sicherheit: Man kopiert die Worte, die Grammatik, die Tonalität (und teilweise sogar die Körperhaltung) seines Vorbilds und verspricht sich davon die selben, guten Ergebnisse. Klappt das? Nur bedingt – wenn überhaupt.

Eine spitzenmäßige Ressource, über die wirklich jeder Hypnotiseur verfügt, ist seine eigene, unnachahmliche Authentizität.

Jeder Mensch ist ein Original. Statt seine eigene Art und sein eigenes Wesen zu überspielen gilt es, diese zu kultivieren. Der bekannte Hypnotiseur Milton H. Erickson war deshalb der große Erickson, weil er den Mut hatte, er selbst zu sein – mit all seinen Schwächen. Und selbst Richard Bandler, der Erickson intensivst modelliert hat, ist ein absolutes Unikat. Klar, er leiht sich verschiedene Ressourcen von anderen Profis aus. Diese integriert er jedoch dermaßen gekonnt, dass sie zu einem Teil seiner selbst werden – statt seine Persönlichkeit zu überdecken oder gar zu verdrängen.

Die ersten Lernschritte macht man häufig darüber, das Verhalten eines Lehrers 1:1 zu kopieren. Und für den Anfang ist es auch OK. Vielleicht reicht es auch später mal für Mittelmaß.

Wer jedoch wirklich sehr gut mit dem werden will, was er tut, sollte sich niemals damit zufrieden geben, eine bloße Kopie einer anderen Person zu werden. Kopieren, emulieren, modellieren – als das ist erlaubt. Wahre Meisterschaft erzielt letzten Endes allerdings nur derjenige, der auch den Mut hat, eigene Wege zu gehen.

Hypnose ist weniger Wissenschaft denn Kunst. Der künstlerische Aspekt zeigt sich in der Art und Weise, wie ich meine Arbeitswerkzeuge zur Geltung kommen lasse: Tonlage, Lautstärke, Pausen, Intonation und vieles mehr entscheiden zwischen Mittelmaß und Königsklasse.

Aus diesem Grund diktieren wir unseren Kursteilnehmern in den Hypno-Ausbildungen auch keinen bestimmten Stil, sondern laden sie dazu ein, ihr “eigenes Ding” zu entdecken. Dazu bekommen sie ausreichend Wahlmöglichkeiten an die Hand, um wirklich aus dem Vollen schöpfen zu können: Direktiv-autoritär, permissiv-indirekt, ganz klassisch nach Erickson, oder doch lieber metaphorisch? Wer viel ausprobiert hat auch viel, was er später in seine Sitzungen einbauen kann.

Halbzeit!

Fünf Lernmodule, ein halbes Jahr und wirklich intensives Üben in der Zeit dazwischen bringen genug Kompetenz, um verantwortungsvoll & stilsicher zu hypnotisieren. Herzlichen Glückwunsch zur Zwischenetappe! In den nächsten fünf Modulen geht’s jetzt an die Feinheiten und es bleibt weiterhin spannend …

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Ralf Denner

In “Hypnovita stellt vor” stellen wir regelmäßig interessante Persönlichkeiten aus den Bereichen Hypnose, Coaching & Therapie vor. Diesmal im Portrait: Ralf Denner.

Ralf hat sich im Rahmen seiner Hypnoseausbildung immer wieder die Frage gestellt: Wie schaffe ich es, das neu erlernte Wissen später professionell umzusetzen? Wie sieht gekonntes Marketing aus, wie mache ich potentielle Klienten auf meine Leistungen aufmerksam? Er wusste, was er konnte, schließlich hat er die Hypnose von der Pike auf gelernt. Dennoch hat sich zuweilen mal die Unsicherheit breit gemacht, ob er sein Können auch entsprechend an den Mann bringen können wird.

Anstatt aber nur Kopfkino zu betreiben und sich die Frage zu stellen “Was wäre, wenn …” hat Ralf Denner den Mut gezeigt, viele verschiedene Ansätze auszuprobieren. Nebst klassischer Werbung und dem Besuch verschiedener Messen als Aussteller hat er auch seinen fahrbaren Untersatz zum Aushängeschild für seine Praxis gemacht. Mittlerweile ist er schon weit über seine Stadtgrenzen hinaus bekannt, und die Leute wissen genau, wer da kommt, wenn sein Käfer anrollt: … der Hypnoman ist da!

Wer auf so spannende Marketingideen kommt, ist sicherlich auch ein spannender Gesprächspartner. Wir haben Ralf Denner zum Interview eingeladen.

Steckbrief

Name: Ralf Denner
Alter: 50 Jahre
Praxisanschrift: Privatpraxis für Hypnose Ralf Denner
Am Wörth 3385354 Freising
Telefon:               08161-43586         08161-43586
Email: info@hypno-man.de
Web: http://www.hypno-man.de
Praxisschwerpunkte:
  • Verändern von Gewohnheiten
  • Arbeit mit ideomotorischen Fingersignalen
  • Eifersucht
  • Schmerzkontrolle
  • Entspannungstraining

Wie bist du auf die Hypnose gekommen?
Eigentlich habe ich mich schon immer wieder mit dem Thema beschäftigt. Meine ältesten Bücher dazu sind mehr 18 Jahre alt …. Nach einem Unfall dachte ich mir: Mach was anderes mit deinem Leben. Das war der Start in die aktive Hypnose und derzeit in die Heilpraktikerausbildung.

Was hast du vor der Hypnose gemacht?
Anfangs Beamter, danach selbstständig im Bereich Versicherungen, Immobilien und EDV.

Was an der Hypnose fasziniert dich am meisten?
Die Möglichkeit, Menschen den Weg zu zeigen und sie anzustoßen, sich selbst positiv zu beeinflussen.

Was war dein spannendstes / schönstes Erlebnis mit Hypnose?
Eine Klientin mit künstlichem Kniegelenk, ca. 60 Jahre alt, kam wegen einer Blockade. Sie konnte nicht richtig laufen, vor allem nicht schmerzfrei. Von der medizinischen Seite war alles abgeklärt: Die Ärzte sagten ihr, mechanisch sei alles in Ordnung. Bereits nach der ersten Sitzung fühlte sie sich besser. Sie verließ meine Praxis, zehn Minuten später kam allerdings mein Sohn ganz aufgeregt und meinte: Papa, was hast Du mit der Frau gemacht ? Die läuft ständig die Treppen draußen rauf und runter.

 Gibt es eine Erfolgsgeschichte von einem deiner Klienten, die du gerne erzählen möchtest?
Eine überdurchschnittlich attraktive Mittvierzigerin kam wegen Eifersucht verbunden mit Wutausbrüchen unangemeldet in die Praxis. Nach einem wirklich kurzen Gespräch wendete ich eine Blitzintervention an und bat sie anschließend, sich noch mal in die Situation hineinzufühlen. Sie sprang vom Sessel auf und jubelte: Es ist weg, es ist weg!  Seitdem sind ca. drei Monate vergangen und das Problem kam nicht wieder.

Mit welchen Themen und Klienten arbeitest du am liebsten?
Gute Frage … am liebsten arbeite ich mit Frauen. Die Bereitschaft mitzumachen, sich fallen zu lassen scheint wesentlich größer zu sein als bei Männern. Insbesondere ist das Feedback bei den Frauen größer, da kommt schon mal die Bemerkung: Sie haben mein Leben verändert… Thematisch mag ich alles, was mit Ruhe, Entspannung, Schmerzkontrolle usw. zu tun hat.

Du hast die Hypnose ja bei Hypnovita gelernt. Was hat dir an deiner Hypnoseausbildung am meisten gefallen?
Die Ausbildung war hervorragend kurzweilig. Tolle Dozenten, die abwechslungsreiche Themen gebracht haben und sich nicht davor gescheut haben, ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mit einfließen zu lassen. Vor allem das gnadenlose und sofortige Üben mit den Kollegen und Kolleginnen war eine tolle Sache.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?
Genießen, z.B. toll Essen gehen mit meiner Frau, im Grünen sitzen und träumen, mit meinem Hund unterwegs sein, mit meinem VW Käfer gemeinsam mit meinem Sohn gemütlich durch die Gegend cruisen…

Toll Essen gehen … was magst du denn am liebsten?
Pfeffersteak. Mit Rallo Passito di Pantelleria, einem wirklich traumhaften (und leider nicht ganz so günstigen) Rosé.

Urlaub am liebsten hier:
Strandsegeln auf den dänischen Inseln

Wen ich gerne mal kennenlernen würde:
Den Dalai Lama

Hast du eine Lebensweisheit / ein bestimmtes Motto?
Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens …

Woran glaubst du?
Ich glaube, dass jeder Mensch sein Schicksal selbst bestimmt und selbst darüber entscheidet, ob er glücklich oder missgestimmt durchs Leben geht. Permanent sind wir dabei, das Drehbuch unseres eigenen Lebens zu schreiben. Ich glaube, dass es an uns selbst liegt, ob es ein Horrorfilm wird oder eine Schnulze mit Happy-End.

Berühmte letzte Worte, oder – was ich schon immer mal sagen wollte:
Heute wird morgen schon gestern sein

Vielen Dank für das schöne Interview!

Über diesen Blog

Dieser Blog informiert über die Hypnoseausbildungen, -coachings und mehr von Hypnovita.

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